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eBook-Reader: Apple iPad, Amazon kindle, Sony Reader

Ich denke einfach mal laut nach: Apple hat am Mittwoch das iPad vorgestellt, die Medienwelt mal wieder auf den Kopf gestellt und der Druck-/Verlagsbranche einen weiteren Tiefschlag verpasst. Sicher haben sie damit keine Revolution ausgelöst, die war schon früher abzusehen und schlich an uns heran, aber beschleunigt – denn was Apple macht, ist immer zukunftsweisend, schließlich ziehen alle anderen erst dann nach.

Worum es mir nun aber gehen soll, wie die Überschrift auch vermuten lässt, ist das Lesen. Ich komme darauf weil ich bald wieder umziehe und schon jetzt Rückenschmerzen bekomme, wenn ich daran denke ganze Ikea-Regale voller Bücher in Kisten packen zu müssen, diese drei Etagen runter, zwei Etagen rauf zu tragen und wieder in Regale zu stellen. Ich wollte mich bisher von keinem einzigen Buch trennen, ich liebe es nach einer Weile wieder in ihnen zu stöbern, Passagen erneut zu lesen. Deshalb haben fast alle meiner Bücher auch verknickte Ecken, in manchen sind auch Stellen markiert. Doch so toll alle meine Bücher sind und so gern ich sie um mich habe, sie nehmen Platz weg, stauben ein und haben keine Volltextsuche. Weniger werden es leider auch nicht, eher mehr und das recht schnell – Platz für eine eigene Bibliothek habe ich auch nicht und überhaupt möchte ich, zumindest in dem Bereich, Ordnung in meinem Leben und stehe auf  Minimalismus.

Mein Leben ist inzwischen weitestgehend digitalisiert: Es begann mit CDs – von denen habe ich mich beim letzten Umzug getrennt, Musik gibt es nur noch von Festplatte und iPod (oder Vinyl, denn dieses analoge Musikerlebnis lasse ich mir nicht nehmen). Weiterhin habe ich mich von meinen heiß geliebten Moleskine-Kalendern getrennt – sie hatten einen Nachteil, sie klingeln nicht wenn ich einen Termin habe! Außerdem synchronisieren sich weder Termine noch das Adressbuch mit meinem iPhone/Mac.
Seit einigen Tagen überlege ich nun diesen Schritt auch im Bereich Buch zu tun!

So absurd es für mich irgendwie auch klingt, z.B. ein Buch von Thomas Mann digital zu lesen, so faszinierend und verlockend klingt es gleichermaßen – ich hätte alle meine liebsten Bücher immer dabei, ich könnte wann immer ich es möchte in ihnen stöbern und trage dabei nicht kiloweise Papier mit mir herum! In Fachbüchern lässt sich nach Stichworten suchen und das Markieren von Texten wäre nicht so unschön, wie mit geknickten Ecken. Ebenso könnte ich die Berge an Ordnern für Weiterbildung & Co. zuhause lassen, die PDFs sind schließlich auch vorhanden.

Und nun komme ich wieder zurück zum Apple iPad, denn dieses halte ich zum Lesen von eBooks für gänzlich ungeeignet. Ich möchte auf einem hintergrundbeleuchteten Display nicht lesen, das ermüdet zu sehr. Außerdem ist das Lesen von Mails auf dem iPhone bei Sonnenlicht schon kein großes Vergnügen – wie soll das erst bei mehreren Buchseiten, z.b. bei einer Busfahrt auf der ständig die Sonneneinstrahlung wechselt, werden? Den Ansatz spezieller Ausgaben von Tageszeitungen finde ich interessant – doch brauche ich beim Lesen einer Zeitung ein Video auf KnopfdruckDisplaytouch? Das iPad hat sicher seine Stärken und bietet großes Potential für multimediale Inhalte (um die soll es hier aber nicht gehen), doch zum “klassischen” Lesen ist es meiner Meinung nach nicht geeignet.
Für viel geeigneter halte ich den Amazon Kindle, vor allem den DX (9,7″-Display), mit seinem eInk-Display, welches auch die eBook-Reader von Sony nutzen, die ich auch schon getest habe. Was Amazon in seinen Videos zeigt sieht wirklich toll aus und klingt verlockend. Auch würde mich das Lesen einer Tageszeitung auf einen eBook-Reader durchaus reizen. Schade ist, dass es für den Kindle noch keine deutschen Bücher gibt (auch sind nur zwei deutsche Tageszeitungen für den Kindle verfügbar), obwohl der Kindle inzwischen auch nach Deutschland geliefert wird und das “Free Wirless” (kostenloser 3G-Zugang zum Amazon Kindle Store) nutzbar ist. Überhaupt ist das eBook Angebot, auch bei anderen Anbietern als Amazon (z.B. Thalia, Libri, …) sehr begrenzt – nach Harry Potter sucht man vergeblich, Thomas Mann gibt es, Klaus Mann wieder nicht – überhaupt sind wenige meiner Lieblingsbücher verfügbar. Dafür gibt es einige Quellen für kostenlose eBooks, ein wirkliches Trostpflaster ist das aber nicht.

Schon beim Schreiben dieses Textes fällt mir auf, dass alles was ich bisher über eBooks und ihre Reader weiß, noch nicht ganz überzeugt. Also, was sagt ihr? Gedrucktes Buch oder gehört dem eBook die Zukunft?

[Nein ich möchte hier jetzt keine Grundsatzdiskussion haben, ob Print tot ist oder nicht – mich interessiert eure persönliche Meinung und Nutzungspräferenz!]

Gedrucktes Buch vs. eBook!

Kategorie: Alles und Nichts — Tags:  , , , , , , , , , , , , , , , , , — 30.01.10

12 Kommentare zu “Gedrucktes Buch vs. eBook!”

  1. Ganz klar das gedruckte Buch! Auch wenn ich sonst immer ein Fan von neuer Technik bin: in der Sache bin ich ganz altbacken. Zwei Dinge können eReader oder Tablets nämlich nicht: sie riechen nicht so gut wie Bücher und sie rascheln nicht, wenn man die Seiten umblättert. Beides gehört für mich ganz einfach zum Leseerlebnis dazu.

  2. Auch wenn die eBooks ganz sicher ihre Vorteile haben, wie du ja schon hinreichend
    ausgeführt hast, so wird für mich immer das gedruckte Buch der Favorit bleiben.
    Der Duft eines neuen Buches, das Rascheln der Seiten beim Umblättern,
    unschlagbare Argumente für das ultimative Lesevergnügen.

  3. Der Kindle könnte mich schon irgendwann mal reizen, darüber höre ich nur Gutes. Ich lese aber auch hauptsächlich englische Bücher, so dass es für mich nicht so ins Gewicht fällt, ob deutsche Bücher dafür erscheinen oder nicht. Andererseits hätte ich die Bücher gerne in einem offenen Format, damit ich sie gegebenenfalls auch auf anderen Geräten nutzen kann. Mal schauen, wie’s in ein, zwei Jahren aussieht. :)

  4. Gedrucktes Buch. Das würde ich mir nie im Leben nehmen lassen wollen. Es geht nicht’s über frischgedruckte Seiten und ein Wälzer in der Hand.

  5. Dominic:

    Ich beobachte das iPad und sobald die Zeitschriftenverlage gemerkt haben, welches Potential in einem iKiosk läge, hol ich es mir. Gerade in meinem Kochmagazin und Rezeptbüchern verbringe ich Stunden, bis ich das Rezept gefunden habe, was ich suche.

    Allerdings werde ich mit vorher das iPad ansehen, wie es sich mit der Lesbarkeit verhält. Auf dem iPhone erkenne ich aktuell keine Ermüdung beim Lesen längerer Texte – egal ob bei Sonnenschein oder Regenwetter. Wenn es beim iPad ähnlich ist, dann werde ich damit gut zurecht kommen.

    Und für mich zählt stets die Geschichte, ob die nun in einem Buch, einem PC oder einem iPad steht, ist mir egal.

  6. Wie schon erwähnt bevorzuge ich (bis jetzt) noch richtige Bücher mit dem typischen Duft.

    Für mich zählt jedoch noch ein weiterer Faktor: Das Buch dient der Entspannung, so dass ich meistens lese, wenn der PC schon aus ist. 6-12 Stunden Tag für Tag am Rechner sind vollkommen ausreichend, so dass ich dann nicht daran noch lesen muss.
    Ich weiß nicht, ob sich mein Verhalten ändern würde, wenn ich eBooks auf dem Kindle oder dem iPad lesen würde – möglich ist es allemal.

  7. Ich bleibe auch bei den Büchern – einfach weil sie eben die ganzen von dir aufgezählten Sachen nicht können. Sie haben keine Volltextsuche. Ich kann sie eben nicht alle auf einmal mitnehmen. Ja, sie stauben zu und sie fangen an zu riechen und die Seiten vergilben – aber genau das ist der Reiz eines Buches. Und es ist eben entspannend, lesen zu können ohne Angst haben zu müssen, dass irgendwann der Akku leer und keine Steckdose in Reichweite ist.
    Und nirgends kann ich so schöne Eselsohren hineinknicken als in Bücher. Wie soll ich ein E-Book ausleihen? Es fängt doch im schlimmsten Fall schon mit dem Dateiformat an.
    Das macht Bücher doch auch aus: Dass sie begrenzt sind. Dass ein Buch ein Buch ist und nicht “mal eben” mit [Strg]+[C] und [Strg]+[V] weitergegeben werden kann ohne es selbst “aus der Hand” geben zu müssen.
    Tränen, weil eine Textpassage so rührend ist, werden auf dem iPad einfach abgewischt. Ins Papier ziehen sie ein und werden so ein Teil der Geschichte.

  8. Ich freue mich sehr, wenn das Apple ipad in Deutschland zu kaufen ist. Ich lese für mein Leben gern und seit einem Jahr habe ich die eBooks entdeckt und sogar einen Bolg über dieses Thema gebaut. Es kommen spannende Zeiten auf uns zu. Ich freue mich.

  9. Tobi:

    Die Digitale Revolution, des eBook / iBook ist sicher nicht aufzuhalten. Ich denke aber das es das gedruckte Buch nicht ersetzen kann, z.B. bei Schulbüchern, ist es doch viel reizvoller etwas anderes zu lesen als das was man gerade lernen müsste und ich finde ein Computer oder auch ein iPad verleitet das man sich evtl. zu schnell ablenken lässt.

    eBook werden ihren Platz finden, aber ich glaube das auch das gedruckte Werk seinen Platz behalten wird, vielleicht nicht mehr ganz so präsent.

  10. Also ich bin von ebooks nicht wirklich überzeugt. Ich lese lieber ein Buch aus Papier. Ok, ich lese fast nur Fachbücher bzw. Bücher über Geschichtliches oder Technisches.

    Ebooks mögen wie ja schon angeführt auch Vorteile haben, und besitzen werd ich vielleicht auch irgendwann einen, aber bevorzugen werde ich weiterhin Papier.

  11. [...] Markt bringen wird. Für was dieses Teil gut ist (und zu was lieber nicht) haben zum Beispiel Oliver, Martin, Marcel und Pepper gekonnt auf den Punkt [...]

  12. [...] weiteres spannendes Thema: eBooks und ihre Reader! Geht man von der derzeit erhältlichen Auswahl an eBooks aus, laufen die Verhandlungen mit [...]

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